Chronik der Feuerwehr Erlaheim

Obwohl örtlicherseits leider keine entsprechenden Urkunden und Aufzeichnungen mehr vorhanden sind, so erbrachten doch diesbezügliche
intensive Nachforschungen aus früheren Unterlagen, der Staatsarchive Ludwigsburg und Sigmaringen den Nachweis, daß bereits im Jahre 1884 in Erlaheim eine Feuerwehr existiert hat.

Wie damals allgemein von Regierungsseite angeordnet war, war diese als Pflichtfeuerwehr eingeführt und hatte demzufolge der Einwohnerzahl entsprechend einen beachtlich hohen Mannschaftsstand von 89 Mann,
welcher in fünf Züge unterteilt war. Aus dem Visitationsprotokoll Nr. 27 über die Feuerlöschanstalten im Oberamt Balingen geht hervor, daß für jede Gemeinde eine oberamtlich für vollziehbare Lokal-Feuerlöschordnung bestand.

Das Bestreben des Oberamts war darauf ausgerichtet, die Einrichtungen der Feuerwehren in gutem Zustand zu erhalten und fortlaufend zu ergänzen. Aus
diesem Grunde wurden die Feuerwehren, sowie die Feuerlöscheinrichtungen und Gerätschaften alljährlich durch den Bezirksfeuerlöschinspektor visitiert. Laut eines listengerechten Verzeichnisses aus demJahr 1888 war die Erlaheimer Feuerwehr für Löschzwecke mit zwei vierrädrigen Feuerspritzen und einer Krückenspritze, sowie 95 Schläuchen ausgerüstet. An Rettungsgeräten standen
eine Bockleiter, zwei Anstelleitern und vier Dachleitern zur Verfügung .Außerdem waren zahlreiche Butten, Kübel, Wasserschapfen und Feuerhaken für die Brandbekämpfung vorhanden. Die Löschwasser-Verhältnisse basierten auf
sieben laufenden Brunnen und 15 Schöpfbrunnen.

Verzeichnet ist als Aufbewahrungslokal eine neue Remise, welche im Volksmund das »Spritzenhaus« genannt wurde und bis zu seinem Abriß im Jahre 1979 das Domizil der Erlaheimer Feuerwehr war.

Als Übungsgelände diente die im danebenstehenden früheren Farrenstall, befindliche Gemeindescheuer. Auch eine Schlauchtrockenvorrichtung war vorhanden. Die Mannschaft war untergliedert in Steiger, Spritzenmannschaft,
Schlauchleger und Wasserträger. Die Alarmierung oblag dem Tambour und Hornisten, im Brandfalle auch durch die Kirchenglocken. Bei einem Brandfall, im Dorf, mußten damals auch Frauen zur Hilfe herangezogen werden. So waren in
Erlaheim zur Unterstützung der Mannschaft auch 45 Wasserträgerinnen vorsorglich für den Ernstfall eingeteilt.
Als erster Kommandant der Erlaheimer Feuerwehr ist laut Aufzeichnungen Peter Welte, Bauer und Gemeindepfleger bekannt. Sein Stellvertreter war Albert Schatz, Gipser.

Am 27.8.1905 übernahm Karl Welte, Bauer und Holzhändler, die Leitung der Wehr. Ihm stand Michael Hirt, Maurer, als Stellvertreter zur Seite, welcher gleichzeitig als Zugführer des 1. Zuges eingesetzt war.

Den 2. Zug führte Michael Knaisch, Straßenwärter; den 3. Zug Gottlieb Stehle, Bauer; den 4. Zug Christian Walter, Zimmermann; den 5. Zug Jakob Walter, Schäfer.

In diese Zeit fiel auch die Anschaffung einer neuen handbetätigten Druckspritze durch die Gemeinde, welche mit der Jahreszahl 1903 datiert ist und eine wesentliche Modernisierung des Feuerlöschwesens im Ort bedeutete. Diese wurde von Hand oder mit Pferden an den Einsatzort gebracht und von acht Mann bedient. Bis zur Beschaffung einer TS 8 im Jahr 1970 stand dieses handwerklich ausgezeichnet
gearbeitete Löschgerät in Diensten der Erlaheimer Feuerwehr und hat seinen
Aufbewahrungsplatz heute in einer Garage unweit dem Feuerwehrgerätehaus.

Am 31.5.1909 gab es wieder einen Führungswechsel in der Wehr, als Michael Hirt zum Kommandant berufen wurde. Stellvertreter war Thomas Holderied, Krämer.
Mit dem Bau der Wasserleitung änderte sich ab 1912 vieles im Feuerlöschwesen in der Gemeinde. Nun begann die Zeit der Löschkarren und Standrohre. Man hatte jetzt Wasser mit dem erforderlichen Druck und war in der Lage, ausgebrochenes Schadensfeuer wirksam zu bekämpfen, im Gegensatz zur Brandbekämpfung früherer Jahre wo man, um ein Übergreifen des
Feuers auf die benachbarten Häuser zu verhindern, das Brandobjekt mit Feuerhaken so schnell wie möglich einriß, um so den Brandherd
rasch einzudämmen.
Nach dem ersten Weltkrieg, der tiefe Lücken in die Reihen der Wehrmänner riß, übernahm am 21.6.1919 Matthäus Mey, Maurer, das Kommando in der Feuerwehr. Am 14.8.1927 löste ihn Karl Welte, Landwirt, ab, der bis Ende des zweiten Weltkrieges als Kommandant tätig war. In seine Amtszeit fiel der Beginn einer neuen Ära für die Feuerwehr Erlaheim und zwar am 9. September
1936, als diese von der Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt und gleichzeitig auf eine Stärke von 27 reduziert wurde.

Nach den Kriegswirren des zweiten Weltkriegs bemühte sich 1946 Gemeindepfleger Reinhold Holderied mit dem Neuaufbau der Wehr. Seine
Nachfolge als Kommandant trat am 1. 4. 1955 Johann Welte, Landwirt, an, welcher die Wehr bis zum Beginn des Jahres 1979 leitete und anschließend mit der Ernennung zum Ehrenkommandanten eine entsprechende Würdigung erfuhr. Unter seiner Amtszeit, der bisher längsten eines Erlaheimer Kommandanten, erfolgte auch die langersehnte Motorisierung der Wehr durch ein Ford-Transit-Löschfahrzeug mit einer TS 8, welches am 3. Mai 1970 festlich
übergeben wurde.

Um gleichzeitig eine bessere Löschwasserversorgung in der Gemeinde zu
gewährleisten, wurde nahe des alten Pfarrhauses ein zusätzliches Löschwasserbecken angelegt. Im Zuge der Gemeindereform ergaben sich für die Feuerwehren organisatorische Veränderungen.
So ist die Erlaheimer Feuerwehr seit 1971 eine selbständige Abteilung der Gesamtfeuerwehr Geislingen unter dem Stadtkommandanten Franz
Ott, welcher in Erlaheim seine ersten Dienstjahre absolviert hat. Aber auch die Stadtverwaltung Geislingen hat sich sehr für die Belange der Abteilung Erlaheim engagiert. So wurde vor allem die Ausrüstung ständig verbessert.

Einen bedeutenden Markstein in der Geschichte der Erlaheimer Feuerwehr bildete zweifellos die im Herbst 1979 im Rahmen eines großen Feuerwehrfestes erfolgte Einweihung des neuen Gerätehauses mit Mannschafts- und
Umkleideräumen im Erlaheimer Gemeinde- und Rathaus.

 

Beim Ausbau desselben hatte die Feuerwehrabteilung unter ihrem neuen
Kommandanten Willi Wendt der das Amt im selben Jahre übernahm in knapp
eineinhalbjähriger Bauzeit mit 860 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden einen wesentlichen Beitrag zur Fertigstellung ihrer neuen Unterkunft erbracht. Gleichzeitig schuf man auch Platz für die persönliche Ausrüstung des einzelnen
Feuerwehrmannes. Vorher hatte jeder seine Einsatzausrüstung daheim aufbewahren müssen. Glücklicherweise blieb die Gemeinde Erlaheim
im vergangenen Jahrhundert von größeren Brandkatastrophen verschont, doch waren zahlreiche größere und kleinere Einsätze aus vielerlei Anlässen in der Geschichte der Erlaheimer Feuerwehr zu verzeichnen. Immer hat sie sich in uneigennütziger Weise dem Nächsten zur Verfügung gestellt und geholfen. Darüber hinaus ist sie stets bemüht, ihren Ausbildungsstand zu verbessern. Außer den üblichen Dienstpflichten haben in den letzten Jahren zahlreiche Wehrmänner das Leistungsabzeichen in Silber und Bronze erworben und Lehrgänge für Maschinisten, Atemschutzträger, Sprechfunker, Gruppenführer,
Zugführer und Ausbilder besucht. Zwischen Probenarbeit und Einsätzen gehört die Pflege der Kameradschaft zu einem vorrangigen Anliegen von Kommandant Wendt und seinen Mannen.

Beim Ausbau desselben hatte die Feuerwehrabteilung unter ihrem neuen
Kommandanten Willi Wendt, der das Amt im selben Jahre übernahm in knapp
eineinhalbjähriger Bauzeit mit 860 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden einen wesentlichen Beitrag zur Fertigstellung ihrer neuen Unterkunft erbracht. Gleichzeitig schuf man auch Platz für die persönliche Ausrüstung des einzelnen
Feuerwehrmannes. Vorher hatte jeder seine Einsatzausrüstung daheim aufbewahren müssen. Glücklicherweise blieb die Gemeinde Erlaheim
im vergangenen Jahrhundert von größeren Brandkatastrophen verschont, doch waren zahlreiche größere und kleinere Einsätze aus vielerlei Anlässen in der Geschichte der Erlaheimer Feuerwehr zu verzeichnen. Immer hat sie sich in uneigennütziger Weise dem Nächsten zur Verfügung gestellt und geholfen. Darüber hinaus ist sie stets bemüht, ihren Ausbildungsstand zu verbessern. Außer den üblichen Dienstpflichten haben in den letzten Jahren zahlreiche Wehrmänner das Leistungsabzeichen in Silber und Bronze erworben und Lehrgänge für Maschinisten, Atemschutzträger, Sprechfunker, Gruppenführer,
Zugführer und Ausbilder besucht. Zwischen Probenarbeit und Einsätzen gehört die Pflege der Kameradschaft zu einem vorrangigen Anliegen von Kommandant Wendt und seinen Mannen.

 

Ein zweitägiger Ausflug im Rhythmus von zwei Jahren ist bereits zur Tradition geworden und auch Kameradschaftsabende zählen zum Jahresprogramm der Floriansjünger. Mit der vor Jahresfrist in der Festhalle Binsdorf/Erlaheim stattgefundenen Kommandantendienstbesprechung wurde die Feuerwehr Erlaheim erstmals in ihrer Geschichte mit der organisatorischen Ausrichtung und Durchführung einer bedeutenden Feuerwehrveranstaltung auf Kreisebene betraut.

 

Das Jahr 1984 wird in die Geschichte der Erlaheimer Feuerwehr nicht nur als das Jahr ihres hundertjährigen Bestehens eingehen, sondern von einem weiteren herausragenden Ereignis geprägt sein. Erstmals seit ihrer Gründung wird die Wehr eine eigene Fahne besitzen, die im Rahmen des Jubiläums ihre Weihe erhalten wird. Sie zeigt auf der einen Seite die Erlaheimer Kirche mit dem
Ortswappen, auf der anderen den Schutzpatron der Feuerwehrleute, den hl. Florian. Wenn nun die Feuerwehr durch eigene Initiative eine neue Fahne erworben hat, so kann und darf sie mit vollem Recht auf sie stolz sein.

Als weiteren Meilenstein in der Geschichte der Erlaheimer Feuerwehr darf man die Neuanschaffung eines TSF im Dezember 1986 bezeichnen. Dieses neue Fahrzeug wurde im Mai 1987 im Rahmen einer Feierstunde in der Festhalle in Erlaheim/Binsdorf vom damaligen Bürgermeister Ginter unter Mitwirkung des
Kirchenchores Erlaheim feierlich an Stadtbrandmeister Franz Ott und von ihm
weiter an Abteilungskommandant Willi Wendt übergeben. Den kirchlichen Segen erhielt das Fahrzeug vom Geislinger Pfarrer Ewald Werner.

Die Beschaffung von Meldeempfängern für die Feuerwehr im Jahre 1989 war ein großer Fortschritt für eine kleine Wehr, mit damals 25 aktiven Mitgliedern.
Im Jahr 1990 wurde an der bestehenden Unterkunft weitergebaut und für die Feuerwehr Erlaheim wurde eine Doppelgarage errichtet, in der die inzwischen den Anforderungen entsprechend angeschafften Gerätschaften einen Platz fanden. Der Dachstuhl für diese Doppelgarage wurde in Eigenleistung der
Feuerwehr erstellt und fügt sich so ins Gesamtbild des Feuerwehr- und Schulhauses sehr gut ein.
Im Jahre 1994 gab es einen Kommandowechsel, da der bisherige Kommandant Willi Wendt aus gesundheitlichen Gründen nach 15 Jahren sein Amt abgeben musste. Gerhard Walter wurde bei der Abteilungsversammlung zum neuen Kommandanten der Abteilung gewählt. Sein Stellvertreter wurde Albrecht Zirkel.
Unter neuer Führung wurde aus alarmtechnischen Gründen ein Einsatz Zusammenschluss mit der Abteilung Binsdorf beschlossen, da die Tagbereitschaft der Wehrleute wegen berufsbedingter Abwesenheit nicht ganz gewährleistet werden konnte. Dieser Zusammenschluss funktioniert bis heute und garantiert auch tagsüber schnelle Hilfe.
Eine nochmalige Verbesserung der Einsatzbereitschaft wurde mit der Anschaffung eines Gerätewagens im Jahre 1998 erreicht. Diese Investition wurde notwendig, da in Erlaheim Ausrüstungsgegenstände wie Stromerzeuger,
Beleuchtungsgerät usw. im Einsatzfall immer zugeladen werden mussten. Da das “Stadtsäck’l” ziemlich tief hing, wurde dieses Fahrzeug von verschiedenen Unternehmern aus Geislingen, Balingen und Haigerloch gesponsert.
Der Ortschaftsrat Erlaheim gab für den Unterhalt des Fahrzeugs grünes Licht und dasselbe konnte dann am 16. Mai 1998 in einer Feierstunde an die Abteilung
übergeben werden. Erwähnenswert ist sicherlich, dass das Fahrzeug von Mitgliedern der Abteilung Erlaheim in eigener Regie ausgebaut wurde. Auch für die Kosten der Materialien und Gerätschaften kam man selbst auf und bestritt diese aus der Kameradschaftskasse.

Überörtlich war die Feuerwehr Erlaheim im November 1999 mit der Ausrichtung der Verbandsversammlung der Altersabteilungen im Zollernalbkreis
betraut. Der frühere Kommandant Willi Wendt hat als Raumschaftsvertreter für die Raumschaft Balingen/Geislingen diese große Veranstaltung nach Erlaheim bestellt. Eine nochmalige Veränderung bei der Unterbringung der Feuerwehr hat sich im Sommer 2001 ergeben. Da die neu gegründete, eigenständige Grundschule Erlaheim/Binsdorf Raumbedarf angemeldet hatte, musste die Feuerwehr ihren bisherigen Mannschaftsraum im Schulhaus verlassen und in das Obergeschoss des Kindergartens umziehen. Hier wurden wieder einige Arbeitsstunden auf die Feuerwehrangehörigen übertragen, da die gesamten Umbaumaßnahmen in Eigenleistung der Abteilung durchgeführt wurde.

-Wird weitergeführt-